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Vom Glück über die Sucht ins Unglück

Ordination Dr. Siegfried Wess, St. Geogen ob Judenburg

1/3 aller Kinder von 8-11 nützen PC und Internet. Im täglichen Leben in Beruf und Freizeit ist das Internet zu einer nötigen Kommunikationstechnik geworden, die nirgendwo mehr wegdenkbar ist. Das Fernsehen begleitet uns bereits von Kindesbeinen an.

Das unkontrollierte Nützen von PC und Internet kann aber auch gefährlich werden. Wird der Alltag zu beschwerlich kann man sich im Netz eine neue eigene Identität erschaffen – Realitätsflucht- Flucht vor schlechten Noten Abwertungen und Kränkungen, Integrations-Kontaktschwierigkeiten, im Internet ist all das scheinbar kein Problem. Eigene geheime Wünsche sind im Nu virtuell befriedigt. Damit stellt der PC und das WWW ein geradezu ideales Mittel zur Entwicklung einer Stoff ungebundenen Sucht dar.(Stoffgebundene Süchte: Drogen, Alkohol, Nikotin, Medikamente; Stoff ungebundene Süchte: Spielsucht, Kleptomanie(Stehlen); Pyomanie(Feuerlegen); Essstörungen und letztlich technologische Abhängigkeiten wie PC und Internet)

Schulprobleme, Entwicklungsprobleme, soziale Probleme im Umgang mit Lehrern Vorgesetzten und Mitmenschen sind oft proportional den Stunden die Kinder vor dem PC und dem Fernseher verbringen. Zum Unterschied zu anderen Suchtmitteln (Alkohol) ist eine totale Abstinenz nicht möglich.

Der verantwortungsvolle Umgang muss aber früh geübt werden und man sollte hellhörig bei Missbrauchs und Abhängigkeitsverhalten sein um letztendlich nicht in der Sucht zu landen! Wenn 4 oder mehrere folgender Punkte auf Sie zutreffen sollten sie ein Gespräch suchen:
1. Das  Internet beschäftigt mich sehr , ich denke oft daran
2. Ich brauche immer mehr Zeit im Netz um zufrieden zu sein
3. Ich kann meinen Internetgebrauch nicht mehr kontrollieren (Stunden, Tage)
4. Essen, Schlafen die Tageszeiten und gemeinsame Mahlzeiten sind mir nicht mehr so wichtig, wenn ich online bin
5. Ich werde unruhig und reizbar, wenn man mir den Internetkonsum einschränkt
6. Das Internet ist für mich ein Weg mein Befinden zu verbessern, zu entfliehen
7. Ich belüge Familie und Freunde um das wahre Ausmaß meiner Internetaktivitäten zu verbergen
8. Ich habe schon Schule Ausbildung, Arbeit oder Karrieremöglichkeiten und zwischenmenschliche Beziehungen wegen des Internets in Gefahr gebracht
9. Ich ging auch ins Netz zurück, auch wenn ich exzessive Beträge an Gebühren zahlen musste
10. Ich fühle mich im offline Zustand nicht mehr wohl- ich bekomme Entzugserscheinungen – werde nervös fahrig und agressiv
11. Ich bleibe immer wieder viel länger online, als ich es mir vorgenommen habe
12. Ich vernachlässige Familie, Freunde, Hobbys und die Körperpflege

Als erste Hilfemaßnahme gilt die zeitliche Beschränkung im Netz. Die wahren Ursachen wie Einsamkeit, Minderwertigkeit, Ängste, Zwänge, Depressionen und Sozialphobien bedürfen einer lang dauernden Behandlung.

Ihr Dr. Siegfried Wess